Kapitel 16 : Neue Gedanken

Junitag

Moos auf dem Stein
nebenan der schlanke Farn,
Tropfen auf dem Grün
im Schatten der dunklen Bäume
Die Luft voller rosa Träume
die uns der Sommer mitgebracht.
erhellt vom Glanz der gelben Sonne
und bald umflort vom Schwarz der Nacht.

Die Wolken am Himmel droben
sie toben und nehmen dem Mond das Licht.
Farblos scheinen Himmel und die Welt
bisher vom Mond da oben stets erhellt.

Die Zeit, so scheint’s auch heut zu sein,
die Zeit sie scheint nicht zu vergehen.
Doch in der frühen Dämmerstunde
sieht man allein die ersten Strahlen stehen
die rötlich aus dem Osten uns herüberwehen.

Der Tag beginnt,
die Vögel singen nun im Chor
und das aus voller Brust.

Sie singen vom Moos auf dem Stein,
vom schlanken Farn im Schatten von dunklen Bäumen
mit den rosa Träumen und dem gelben Glanz der Sonne,
wenn der Tag erwacht.
Sie singen vom Sommer den sie mitgebracht.
Und die Wärme empfängt uns.
So müsst es sein an einem jeden Tag. 

August 2021

Krieg und Frieden

Si vis pacem para bellum

dieser Spruch der Römer lehrt uns:
Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg.

Bereite den Krieg, aber führe ihn nicht,
und lasse dich nicht versuchen,
so müsste das Motto lauten,
denn wer ihn erlebt von Angesicht,
der wird diese Causa verfluchen.

Das ist wohl nicht jedem gegeben,
doch, weil wir alle tief im Herzen Pazifisten sind,
hängen wir sehr an unserem Leben.
Eben, wie ein kleines unschuldges Kind.

Wie Zeit und Philosophie uns lehrt
es sei verkehrt,
sogleich,
die linke noch die rechte Wange hinzuhalten
für den ersten Streich.

Was daraus folgt, ist schwer zu sagen,
auch ein Diplomat wird es kaum wagen.
Daher lasst uns freundlich und in Frieden
mit den anderen Gespräche führen
und die Hoffnung nicht versiegen.

Wenn aber verschlossen werden uns die Türen
und alle Dinge laufen schief?

Ja, das ist dann ein anderes Narrativ.

August 2021

Botschaft

Wenn der Habicht im Nest Frieden haben will,
schlägt er eine Taube.

Und das ungerecht:
denn des einen Leid ist des anderen Freud.

September 2021

Blaue Stunde

Wenn die Sterne verblassen am Himmelsrunde
der Tag erwacht.
So nennt man dies dann Blaue Stunde
der Moment an dem der Tag verdrängt die Nacht.

Die dunklen Geister, sie fliehen
und viele Seelen mit ihnen ziehen
in dieser Dämmerstunde
und niemand weiß wohin.

Am Atlantik,
so wird erzählt,
doch weiß man es nicht ganz genau,
am Atlantik,
da blüht die blaue Blume der Romantik.

Dort ziehen hin die Geister und die Seelen,
heraus aus Dämmerung und Grau.
Erfreuen sich an Wort und Farbe
die diese Blume birgt.

Jedoch, die ruhelosen Geister scheiden ,
die Seelen bleiben stets zurück,
sie werden ewig bleiben
erfreut an ihrem großen Glück.

September 2021

Aus dem unveröffentlichten Band: „Lyrik vom Lande“
© Copyright beim Autor Horst H. Kibbel, Schöneck/Hess.

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