Kapitel 6 : für unsere Bauern

Bauernfeind

Unglaublich, aber wohlbekannt:
Stirbt der Bauer, stirbt das Land.
Sind die Felder leer,
dann gibt es keine Speisen mehr.

So heißt es schon seit langen, langen Jahren,
denn man ist mit Bauern immer gut gefahren.
Hungersnot, das kennt man nicht,
Weshalb ?

Der Bauer übt schon lang Verzicht
auf einen fairen Preis fürs Vieh
ob Schwein, ob Kalb ob Milch ob Huhn
ob Getreide oder auch Gemüse,
gerechten Preis  bekommt er nie.
Was soll der arme Bauer tun ?

Nun ja:
Er soll die Viecher gut behandeln,
möglichst morgens Ständchen singen,
den Mist nicht auf den Acker bringen,
nur soviel Tiere halten, wie in den Stall einpassen.
Natürlich nicht sein Geld verprassen,
oft die  Bäuerin umarmen, und den armen Knecht
gut zu bezahlen, so ist es recht.
Nicht streiten wegen seiner Pacht,
das haben andere schon gemacht.

Und überhaupt:
Alles Bio oder eben auch vegan,
fang er doch gleich heute an.
Rette das Klima und das jetzt ,
denn wer kann, der kann!
So wird gesprochen und gehetzt.

Die Konsequenz
Der Bauer fährt mit seinem Trecker
in das nächste Städtchen,
er hat das ewige Gemecker satt,
kauft sich Bio dort im Lädchen,
zu einem Preis von dem er oft geträumt hat.

März 2020

Schlaflos :

Schlaflos auf dem Lande ist wie schlaflos in der Stadt, wenn die Person die gleichen Sorgen hat !

Januar 2013

Aus dem unveröffentlichten Band: „Lyrik vom Lande“
© Copyright beim Autor Horst H. Kibbel, Schöneck/Hess.

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